Sonder-RPP "Mulatschag" im Burgenland, 21. - 24. September 2026
Das Jubiläum im Visier: Für die fünfzehnte und erstmals viertägige Sonder-RPP 2026 schlug unser „Vorarlberger“ Kärntner - Gerd Drolle - ein ganz besonderes Ziel vor: das Burgenland. In bewährter Zusammenarbeit mit dem Kärntner Reisebüro Springer wurde dafür ein abwechslungsreiches Programm ausgearbeitet. Obwohl sich ursprünglich 38 Teilnehmer für diese Sonder-RPP 2026 angemeldet hatten, gab es eine Woche vor der Abreise leider vier kurzfristige Absagen. So starteten schließlich 34 RPP’ler das "Unternehmen Burgenland" und bezogen ihr "Basislager" im Hotel Pasler-Bäck in Jois.
Montag, 21.09.2026
Aufgrund unterjähriger Fahrplananpassungen mussten die Teilnehmer ihre Abreise um mindestens eine halbe Stunde vorverlegen. Für die Kollegen aus Vorarlberg bedeutete dies eine sehr frühe Abfahrt mit dem Railjet Richtung Osten. Die Fahrt verlief ruhig und planmäßig. Nach einem entspannten Umsteigen erreichte die RPP-Gruppe pünktlich um 14:04 Uhr ihr Ziel. Ein zehnminütiger Fußweg führte sie zum Hotel, wo nach dem Zimmerbezug die Erkundung des Ortes auf dem Programm stand.
Die kulturhistorische Führung durch Jois im Bezirk Neusiedl am See bot den RPP’lern einen Einblick in den historischen Ortskern und die strategische Lage der Gemeinde. Jois ist ein seit der Urgeschichte besiedeltes, durchgehend vom Weinbau geprägtes Gebiet, das 1209 erstmals als "Nulos" urkundlich erwähnt wurde. Nach Jahrhunderten unter der Herrschaft Ungarisch Altenburg (ab 1758 im Habsburger-Privatbesitz) und der 800-jährigen Zugehörigkeit zu Ungarn kam der Marktort 1921 zu Österreich, wobei auch der Name Jois amtlich wurde. Anschließend kehrte die Gruppe zum Abendessen ins Hotel zurück, wo sie von der großen Auswahl, der hervorragenden Qualität und den großzügigen Portionen begeistert war. Für den gemütlichen Teil des Abends stand ein hoteleigener Keller bereit, der nicht zuletzt wegen der fairen Getränkepreise für beste Stimmung sorgte. Nach und nach zog sich jeder nach eigenem Ermessen zur Nachtruhe auf das Zimmer zurück.
Dienstag, 22.09.2026
Nach einem ausgiebigen Frühstück startete die RPP-Truppe um 09:30 Uhr mit dem Bus und in Begleitung ihrer Reiseleiterin zum knapp 26 Kilometer entfernten Dorfmuseum Mönchhof. Dieses einzigartige Freilichtmuseum bietet eine faszinierende Zeitreise in den Alltag, das Handwerk und das bäuerliche Leben des Seewinkels von 1890 bis in die 1960er-Jahre.
Der Rundgang begann am historischen Mönchhofer Bahnhof. Der absolute Höhepunkt auf den Schienen ist eine 41 Tonnen schwere Heißdampflokomotive aus dem Jahr 1925, die bis in die 1970er-Jahre für die Raaberbahn (GySEV) im Einsatz war. Neben Ausstellungen im Bahnhofsgebäude und drei historischen Waggons - die unter anderem an die Schmalspurbahnen und die Vertreibung der Ungarndeutschen 1945 erinnern - gewährt ein rekonstruiertes Gütermagazin spannende Einblicke in die einstige Bahnebene. Auf dem Hauptgelände erwecken weit über 35 originalgetreue Gebäude die Vergangenheit zum Leben. Beim Schlendern durch die Dorfgassen entdeckte die Truppe ein traditionelles Gasthaus, die alte Dorfschule, ein charmantes Dorfkino, eine Greißlerei sowie historische Handwerksstätten. Eine prächtige Kirche auf einem kleinen Hügel rundet das idyllische Museumsdorf perfekt ab.
Als nächstes stand das 23 Kilometer entfernte Weingut Galumbo in Illmitz auf dem Programm. Die Winzerin empfing die Gruppe persönlich zu einer kommentierten Weinverkostung mit zünftiger Jause. Neben Einblicken in die umweltschonende Produktion und das besondere Seeklima gab es eine Vielfalt von regionalen Weiß- und Rotweinen, prickelnden Frizzanti und dem hauseigenen "Illmitzer Feuerwasser" zu verkosten. Es wurde nach Herzenslust probiert, gefachsimpelt und auch für den heimischen Weinkeller eingekauft.
Direkt vom Weingut ging es mit der Pferdekutsche weiter zur Schiffsanlegestelle. Während der zweistündigen Fahrt zog die idyllische Steppenlandschaft des Nationalparks Neusiedler See vorbei - inklusive der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt der Zicklacken, historischen Ziehbrunnen und den berühmten weißen Barockeseln. Selbst die wärmenden Sonnenstrahlen konnten dabei kaum gegen den kalten Puszta-Wind ankommen, der so manchen Mitreisenden auf der Kutsche frösteln ließ.
Im Hafen Illmitz angekommen, hieß es schließlich: "Leinen los" zur zweistündigen "Mulatschag"-Erlebnisrundfahrt. Ganz im Sinne des ungarischen Namens stand die Schifffahrt im Zeichen eines ausgelassenen Festes. Begrüßt mit einem Schnaps, genossen die RPP'ler als einzige Gäste an Bord unlimitierten regionalen Wein und Sodawasser, während ein Live-Musiker für gute Stimmung sorgte und der Kapitän Wissenswertes über die Region sowie die nahe Grenze zu Ungarn erzählte. Die Fahrt endete in Mörbisch, von wo aus der Bus die Gruppe nach einer 34 Kilometer langen Rückfahrt zurück zum Ausgangsort brachte. Gegen 20:30 Uhr ging ein ereignisreicher Tag zu Ende, den die meisten RPP’ler bei einer gemütlichen "Nachbesprechung" im hoteleigenen Keller ausklingen ließen.
Mittwoch, 23.09.2026
Nach einem kräftigen Frühstück starteten die RPP‘ler pünktlich um 08:30 Uhr mit dem Bus in Richtung Oberpullendorf. Die Fahrt führte über die A4 und S31 durch das historische Wulkatal, vorbei an der Burg Forchtenstein, direkt zum Startpunkt der Draisinentour.
Um 10:00 Uhr ging es nach der Sicherheitsunterweisung mit neun 4-Personen-Draisinen auf die rund 23 Kilometer lange Strecke der alten Burgenlandbahn. Da an ungeraden Tagen von Oberpullendorf nach Horitschon / Neckenmarkt gefahren wird, führte der Weg zuerst leicht bergauf über Neutal nach Markt St. Martin. Die moderaten Steigungen von maximal 10 bis 12 Promille und insgesamt 104 Höhenmeter erforderten auf einigen Passagen sportlichen Einsatz beim Treten, was durch regelmäßiges Abtauschen im Team aber problemlos gemeistert wurde. Zur Stärkung gab es in Markt St. Martin ein Mittagsbuffet im Restaurant "Mittelstation". Ab Weppersdorf / Lackenbach ging es nach dem Scheitelpunkt in sanftem Gefälle primär bergab, sodass die Draisinen auf dem letzten Teilstück fast von alleine rollten. In Lackenbach wurde eine gemütliche Kaffeepause in der "Bahnhofsbäckerei" eingelegt. Ein kleiner Schienbein-Zwischenfall beim Absteigen von Kollege Ing. Peter Linger war nach einer kurzen Verarztung schnell vergessen. Am Endbahnhof in Horitschon / Neckenmarkt stießen einige der Teilnehmer auf die erfolgreiche Tour an und sicherten sich im Kiosk die passenden "Zielfotos" als Erinnerung. Der Bus brachte die Gruppe anschließend zurück nach Jois. Ein überaus üppiges, mehrgängiges Abendmenü um 18:00 Uhr - gekrönt von einer spektakulären Nachspeisenauswahl - leitete den Ausklang des Tages ein, der im hoteleigenen Kellergewölbe gemütlich endete.
Donnerstag, 24.09.2026
Vor der Rückreise trafen sich die Teilnehmer im Hotel noch einmal zu einem ausgiebigen Frühstück, bevor sie die Heimreise antraten. Die Abreise erfolgte individuell auf den jeweiligen Anreisewegen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle ihren heimischen Zielbahnhof wohlbehalten und mehr oder weniger pünktlich erreicht haben.
Ein ganz besonderer DANK gebührt unseren RPP-Kollegen Drolle Gerd und Habicher Alois für die vorbildliche Organisation sowie für den reibungslosen Ablauf der gesamten Veranstaltung.
Fotodokumentation: Dornauer Roman, Habicher Otto, Hanika Dietmar, DI Musyl Georg, Pittracher Hubert und Silly Karl mit insgesamt 1.130 Fotos